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NSFW und NSFL: Nacktheit und drastische Gewalt unterscheiden

Eine Warnung vor Nacktheit und eine Warnung vor drastischer Gewalt beantworten unterschiedliche Fragen. Wenn du belastende Bilder vermeiden möchtest, brauchst du Angaben zu den tatsächlich unterstützten Kategorien. Ein unauffälliges NSFW-Ergebnis allein reicht dafür nicht.

Von Dmytro PolianskyiVeröffentlicht Veröffentlicht vom Entwickler von Sensitivity
Zwei verschiedene Inhaltskategorien

Nacktheit und Gewalt getrennt prüfen

  • Sexueller Inhalt
    Nacktheit oder explizite Darstellung

    Prüfe, ob das Werkzeug diese Kategorie unterstützt.

  • Belastende Darstellung
    Drastische Gewalt oder Verletzungen

    Dafür braucht es eine ausdrücklich unterstützte Kategorie.

Beide Kategorien können gleichzeitig vorkommen. Ein niedriger Wert für eine schließt die andere nicht aus.

Die Abkürzung verrät noch nicht, was ein Programm erkennt

NSFW steht für „not safe for work“: Inhalte, die man am Arbeitsplatz oder vor anderen Menschen nicht überraschend öffnen sollte. NSFL wird für besonders verstörende oder ekelerregende Inhalte verwendet. Dictionary.com nennt die informellen Auflösungen „not safe for life“ und „not safe for lunch“.

Das sind Warnungen im Sprachgebrauch, keine einheitlichen technischen Prüfzeichen. Eine Datei kann sexuell explizite und gewalttätige Inhalte zugleich enthalten. Umgekehrt kann eine Gewaltdarstellung ganz ohne Nacktheit auskommen.

Prüfe die Kategorien des konkreten Werkzeugs

Ein niedriger Wert für Nacktheit sagt nicht, dass ein Bild frei von Verletzungen oder Gewalt ist. Entscheidend ist, welche Merkmale das Werkzeug überhaupt untersucht. Google SafeSearch beschreibt beispielsweise eigene Kategorien für Erwachseneninhalt, Gewalt, medizinische Bilder, anzügliche Darstellungen und verfremdete Inhalte. Diese Aufteilung gilt für diesen Dienst und lässt sich nicht auf jedes andere Produkt übertragen.

Auch die Softwareversion spielt eine Rolle. In Apples aktueller Dokumentation zu Sensitive Content Analysis werden sexuell explizite Inhalte und drastische Gewalt oder Verletzungen getrennt behandelt. Ob eine bestimmte App diese Möglichkeiten nutzt, musst du in deren Funktionsbeschreibung nachlesen.

Suche deshalb nach einer klaren Kategorienliste und nach den unterstützten Dateitypen. Bei Videos gehört außerdem dazu, welche Teile des Clips untersucht werden. Ein allgemeines Wort wie „sensibel“ ersetzt diese Angaben nicht.

So vermeidest du eine unerwartete Vorschau

  1. Beende eine laufende Bildschirmfreigabe und wähle eine Umgebung ohne unbeteiligte Zuschauer.
  2. Lies zunächst Warnhinweis und Dateinamen. Lass eine angebotene Verpixelung oder Unschärfe bestehen, solange du den Inhalt nicht sehen möchtest.
  3. Ordne das Scanergebnis nur den Kategorien zu, die das Werkzeug nachweislich unterstützt.
  4. Entscheide über Aufbewahrung, Zugriff oder Löschung der konkreten Datei. Schicke sie nicht automatisch weiter, nur um die Warnung zu erklären.

Bei einem Video kann eine problematische Szene erst später erscheinen. Das erste Vorschaubild ist deshalb keine Zusammenfassung des gesamten Inhalts.

Wofür du Sensitivity einsetzen kannst

Sensitivity unterstützt die Prüfung wahrscheinlich expliziter Fotos und Videos auf dem Gerät. Die App wird nicht als vollständige Suche nach sämtlichen Gewalt- oder Schockbildern angeboten. Wenn gerade diese Inhalte dein Anliegen sind, prüfe die dafür vorgesehenen Funktionen gesondert.

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